Diabetiker Signalhund


Hilfe für Diabetiker

Ein Diabetes Signalhund signalisiert seinem an Diabetes Typ1 erkrankten Menschen, wenn dieser unterzuckert. Hypoglykämie ist der medizinische Fachbegriff für Unterzuckerung, daher der Name Hypo-Hund!

Das Insulin ist ein Hormon, das wie ein Schlüssel die Zellen öffnet, in die dann der Zucker aus der Nahrung eindringen kann und notwendige Stoffwechselprozesse in Gang bringt. Dieses geschieht bei stoffwechselgesunden Menschen automatisch. Durch eine Autoimmunreaktion des Körpers wurden die Insulin produzierenden Zellen des an Diabetes erkrankten Menschen zerstört. Ein Mensch, der an einem Typ1-Diabetes erkrankt ist, muss sich daher Insulin künstlich zuführen, da er kein eigenes Insulin mehr produzieren kann. Dieses geschieht durch eine Spritze, einen Pen oder eine Insulinpumpe.

Es gibt viele Faktoren, die zu einer Hypoglykämie führen können. Zum Beispiel Sport, Stress, Angst, Fehlberechnung des Insulins, Krankheit, und vieles mehr. Im Gegensatz zu einer Hyperglykämie, einer Überzuckerung, kann einen die „Hypo“ innerhalb weniger Minuten in lebensbedrohliche Zustände bringen ( zittern, Verwirrtheit, Aggressivität, Clownerie, Schweißausbrüche, „Gummiknie“, bis hin zu einem hypoglykämischen Schock, bei dem der Mensch bewusstlos ist.

Eine weitere Diabetesform ist der Typ2 – Diabetes.

Dieses ist ein sogenannter Insulinmangel-Diabetes. Bei den erkrankten Menschen besteht noch eine geringe Eigenproduktion des Insulins. Sie werden meist mit Tabletten behandelt, einige spritzen auch Insulin. Für diese Menschen ist ein Hypo-Hund nicht gut geeignet. Bei einer Unterzuckerung, die durchaus vorkommen kann, funktionieren die “ Zuckerspeicher“ in der Leber so gut, dass sie gegen regulieren und eine schwere Unterzuckerung zumeist vermeiden können, die ohnehin sehr selten auftritt.

Der Diabetes Signalhund kann eine eintretende Unterzuckerung erkennen und seinem Menschen dieses durch zum Beispiel Pfotenschlag, bellen oder stupsen anzeigen. Er ist in der Lage, Hilfetaschen, Messgeräte, Saftflaschen oder Ähnliches zu bringen oder einen Alarmknopf zu betätigen. Diese Handlungskette ist ganz individuell, den Bedürfnissen des Menschen entsprechend, zu trainieren.

Nicht jeder Hundetrainer kann Assistenzhunde wie diese ausbilden. Daher Obacht bei der Auswahl der Assistenzhundeschule!

  • derTrainer sollte gewaltfrei, mit positiver Verstärkung trainieren
  • der Trainer sollte medizinisches und pädagogisches Fachwissen haben
  • der Trainer sollte in der Lage sein, ein Vertrauensverhältnis zu dem Team aufbauen zu können.
  • bei eintretenden Notfällen, ist er in der Lage sein, die Erstversorgung zu übernehmen.



Die

Ausbildung

Die Ausbildung zum Diabetiker SIgnalhund dauert in der Regel 12-18 Monate. Je nach Motivation von Hund und Halter.

Ich lege größten Wert darauf, dass die Besitzer sich die Erfolge auf dem Weg zum Diabetiker Signalhund selbst erarbeiten, denn nur so festigt sich zeitglich auch die Mensch-Hund-Beziehung, die unabdingbar für einen zuverlässigen Signalhund ist.

Von uns ausgewählte Fachliteratur, gut sitzender Grundgehorsam ist genauso Bestandteil der Ausbildung.


Um dieses große Ziel zu erreichen, arbeiten wir etwa 2-3 Stunden im Monat in einem intensiven Einzeltraining an den nächsten Schritten. Nebenher sollte ggf. noch ein Kurs zum festigen des allgemeinen Gehorsam besucht werden. Online sind wir ständig miteinander verbunden um per Videoanalyse Fortschritte oder möglich Fehler so schnell wie möglich zu erkennen.

Wenn Sie eine Beratung wünschen, rufen Sie uns gerne an.

Zutrittsrechte

Nicht jede/r DiabetikerIn bekommt einen Schwerbehinderten-Ausweis – auch nicht jede/r möchte ihn überhaupt haben. Wenngleich die Frage der Zutrittsrechte mit Hund insgesamt eine juristisch ungeklärte Angelegenheit ist, zeigt die Erfahrung im Alltag, dass der Mensch in Begleitung eines "Hypo-Hundes" nur dann Sonderrechte bekommen kann, wenn er im Besitz des Schwerbehinderten-Ausweises ist und der Hund eine Kennweste trägt, die er mit erfolgreichem Bestehen einer Prüfung bekommt. Es gibt nur keine Bundesweit geregelte Prüfung!



Der richtige Hund

Es gibt keinen "Assistenzhundezüchter"

Gerade bei der Ausbildung eines Diabetes Signalhundes bietet sich die Form einer Selbstausbildung an. Das heißt, dass das Mensch-Hund-Team immer zusammen, begleitet von einem Assistenzhundetrainer, trainiert. So schafft man eine feste Bindung des Teams zueinander und ermöglicht ein noch effektiveres Training, gekoppelt mit der Vermittlung des nötigen Know-How rund um den Hund und das Training.

Der Hund lernt von Anfang an den Hypo-Geruch seines Menschen kennen und kann somit auch viel effektiver von Anfang an reale Hypos anzeigen.

Die Bezahlung dieser Ausbildung übernimmt die Krankenkasse üblicher Weise bislang noch NICHT!

Geeignet sind Hunde, die...

  • ihrem Menschen gefallen wollen
  • nasenaktiv sind
  • möglichst keine ausgeprägte Jagdbegeisterung haben
  • ein festes Wesen und wenig Aggressionspotential mitbringen

Ein guter Assistenzhundetrainer sollte in der Lage sein, bei der Hundeauswahl eingehend zu beraten, Würfe zu begutachten und den neuen Hund gemeinsam mit seinem neuen Besitzer auszusuchen. Ausgewählte „Riechspielchen“ können helfen, einen kleinen Welpen zu entdecken, der sich für die Ausbildung eignet. Alleine zur Ausbildung einer optimalen Bindung zwischen Mensch und Hund ist es sinnvoll, einen Welpen zu wählen. Ausgeschlossen ist es jedoch nicht, auch ältere Hunde auszubilden.

Diabetes Signalhunde eignen sich besonders für...

  • Menschen, die eine eingeschränkte Hypo-Wahrnehmung haben
  • Kinder, die z.B. nachts unterzuckern

Es soll aber ausdrücklich erwähnt werden, dass dieser Helfer zwar ein medizinisches Hilfsmittel ist, aber keinesfalls eine engmaschige Kontrolle durch einen Diabetologen und das Selbstmanagement mit dem Blutzuckermessgerät und der Insulingabe durch Pen oder Insulinpumpe ersetzen kann und soll!